Pakbeng nach Oudomxai. Josef hatte Recht. Traumhaft!

Hannelore und ich hatten uns fuer 8 Uhr verabredet, bis wir dann los kamen, war es dann aber doch schon wieder nach neun.  Schon ein wenig zu spaet fuer die geplanten 150 km.  Aber gut, so ist das halt in Laos…

Die ersten Kilometer sind wir gemeinsam gefahren.  Beim Ratschen stellte sich dann heraus, das ich mich bei Hannelores Alter um ganze 10 Jahre verschaetzt hatte.  Sie hatte Anfang Januar ihren 62 Geburtstag gefeiert.  Da sieht man mal wieder: Sport und Kinder halten einen jung.  Ich hatte ein wenig Zweifel, ob sie die geplante Tagesetappe durchhalten wuerde.  Nach ca. 50 km gab es die letzte Moeglichkeit, in einem Guest House zu uebernachten.  Hanne wollte aber weiter fahren, ich natuerlich auch.  Also haben wir ausgemacht, dass ich ab jetzt voraus fahre, um in Oudomxai schon mal eine Unterkunft zu suchen.

Und Josef hatte Recht.  Die Strecke war einfach traumhaft!  Ein paar wenige steile Anstiege, groesstenteils aber harmlos. Landschaftlich ein echter Knaller!  Wohlfuehlfaktor ist bei 9 gelandet.  Das Bike schnurrt wie ein Kaetzchen, Koerper funktioniert wie ein Uhrwerk.  Ach, ich mag die Beiden!

Meine Sorge, ich wuerde vielleicht nicht genug Wasser auf der Strecke finden, hat sich mittlerweile in Luft aufgeloest.  Alle paar Kilometer komme ich durch ein Dorf, in dem ich meine Vorraete aufstocken kann.  Ueberall freuen sich die Leute, vor Allem die Kinder, wenn ich vorbei sause.  Die Kids gruessen lautstark, stehen am Strassenrand und ich muss im Vorbeifahren abklatschen.

Gegen Nachmittag halte ich wieder an einem Strassenstand, um meine Wasserflaschen nachzufuellen und gerate in eine Runde Maenner, die gerade beim Feierabendbier zusammensitzen.  Man amuesiert sich koestlich ueber meine Klamotten, jeder muss mich mal anfassen.  Auch finden sie meine Behaarung an Armen und Beinen sehr interessant.  So finde ich mich in einer Runde erwachsener Maenner wieder, die alle an mir rumzupfen.  Einer von den Kollegen hat aber offensichtlich schon entwas frueher mit dem Beer Lao angefangen und war sichtlich angetrunken.  Ich hatte alle Muehe, ihn davon zu ueberzeugen, dass es wohl keine gute Idee ist, mit meinem Rad eine Runde zu drehen.

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Es geht auf den Abend zu und gegen 16 Uhr habe ich noch ca. 50 Kilometer vor mir. Also packe ich die Lampe ans Rad und mache mich bereit, in den Abend zu fahren. Es wird schnell dunkel und kalt. Die Laoten in den Doerfern versammeln sich um die Lagerfeuer, essen, tratschen und lachen. Sie machen auf mich einen sehr froehlichen Eindruck, auch wenn sie fuer mich in sehr aermlichen Verhaeltnissen leben. Es bilden sich dichte Rauchschwaden in den Doerfern, und von einigen russspuckenden LKW abgesehen, riecht es ueberall nach lecker Essen. Ich habe grosse Lust, einfach irgendwo anzuhalten und nach einem Platz zum Schlafen zu fragen. Ich war sicher, aufgenommen zu werden und waere sicherlich die Hauptattraktion des Dorfes geworden. Aber ich wusste, dass Hannelore es irgendwie nach Oudomxai schaffen wuerde, zur Not haette sie sicherlich einen Bus oder einen Pickup Truck angehalten, um sich mitnehmen zu lassen. Also hiess es weiter fahren. Die letzten 2 Stunden des Tage fuhr ich also im Dunklen und hab die Zeit mit der Suche nach Schlagloechern in dem hellen Fleck vor mir zugebracht. Hat den Wohlfuehlfaktor deutlich gesenkt. Trotz allem eine tolle Tour.

Hannelore hat den Weg auch gemeistert. Respekt. Am Ende standen 165 km auf dem Tacho.

Statiskik:
km: 165/860
Zeit: 9:15
Durchschnitt: 18 km/h
Wohlfuehlfaktor: 8 (nur wegen der Nachtfahrt, ansonsten waere das sicher eine 10 geworden)

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