Vang Vieng nach Tha Lat

Freitag, 20.1.2012

Habe an diesem Morgen ein wenig verschlafen, so komme ich erst gegen 9 auf die Strasse.  Anfangs ist die Strecke noch huegelig und es ist recht viel Verkehr.  Die Strasse ist relativ gut, aber die vielen Fahrzeuge wirbeln viel Staub auf.  Am Vortag hatte ich mir noch einen Mundschutz organisiert (in himmelblau – sonst gab’s nichts anderes ausser pink), wie ihn viele Lao im Strassenverkehr tragen.  Doch es ist schon etwa 25 Grad und schwitze mal wieder recht ordentlich.  Durch einen feuchten Mundschutz zu atmen erweist sich als unmoeglich.  Also wandert der wieder in die Taschen und ich habe schnell sandige Zaehne.  Egal.

Nach etwa einer Stunde treffe ich Patricia und Heinz us dr Schietz.  Er wirkt ein wenig wie ein Packesel, die Beiden haben tonnenweise Gepaeck an den Raedern kleben.  Nach einem kurzen Smalltalk ala woher und wohin verabschiede ich mich mit den Worten: „See you on the road“.

In dem Oertchen Phonhong geht’s nach links weg.  Strasse wird deutlich besser und der Verkehr ist auf einmal weg.  Ich moechte auf dem Weg in die laotische Hauptstadt einen kleinen Umweg zum Stausee „Ang Nam Ngum“ machen.  Soll sehr schoen sein, habe ich mir sagen lassen. 

Allerdings muss ich feststellen, dass es bis dahin wohl nicht mehr viel zu sehen geben wird.  Es ist topfeben und ich kann nie weit sehen.  Im Wesentlichen gibt es drei Varianten: Links Wald/gruenes Gestruepp, rechts ebenso.  Vorne Strasse.  Oder links Haeuser, rechts ebenso.  Vorne Strasse.  Oder Reisfelder links und rechts, manchmal mit ein paar Kuehen drauf.

An der linken Achillessehne bekomme ich nun recht starke Schmerzen.  Die kommen aber nicht von den Muskeln.  Ich fuerchte, da hab ich mir wohl eine Entzuendung eingefangen.  Also runter vom Gas und langsam in der Ebene weiter ziehen.  Gefuehlsmaessig bewege ich mich etwas zu sehr nach Sueden.  Aber der Himmel ist mit schweren Wolken beladen und ich kann den Stand der Sonne nicht genau einschaetzen.  Eine Standortbestimmung mit Kompass und Karte faellt flach, da ich dazu mindestens 2 Bezugspunkte in der Landschaft finden muss, die ich auch in der Karte identifizieren kann.  Wie oben erwaehnt, kann ich aber nichts sehen.  Im Gegensatz zum Norden, finde ich auch keine Schilder mehr.  Die Orte tragen keine Namen und auch die Grenzsteine am Strassenrand, die alle paar Kilometer die Entfernung zur naechsten groesseren Stadt anzeigten, sind verschwunden.  Irgendwann erreiche aber dann planmaessig den Fluss „Nam Lik“.  Hier wundere ich mich ueber die fehlende Bruecke.  Stattdessen gibt’s eine Faehre.  Vielmehr ein noch schwimmendes Wrack mit furchbar lautem und stotternden Aussenbordmotor. 

Beim schieben meines Bikes auf diesen schwimmenden Seelenverkaeufer faellt mir meine Brille, die ich auf die Satteltaschen gelegt hatte, genau auf der Rampe runter, durch die Rippen durch und „plumps“ ins Wasser.  Keine 2 Sekunden spaeter hat sie die dunkle Bruehe und die Stroemung verschluckt.  Mist.  Eine dumme Unachtsamkeit meinerseits.

Auf der anderens Seite angekommen, mache ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft.  Erst sehe ich etwa 5 km nichts, was irgendwie nach Guest House aussieht.  Dann finde ich ein Resort (normalerweise nicht meine Preisklasse), und ich moechte mich mal nach dem Preis erkundigen.  Ein recht gut Englich sprechender Portier moechte 35 Dollar fuer ein zugegeben sehr schoenes Zimmer mit Blick auf den Fluss.  Aber was will ich mit Marmorfliesen, Klimaanlage und Aussicht bei Nacht, wenn ich mich lediglich kurz zum Schlafen dort aufhalten werde.  Also frage ich den Portier, ob ist in der Naehe nicht ein etwas guenstigeres Guest House gaebe.  „No, no!  No Gehou ere.  Dis onliii otel ere!“  Irgendwie traue ich dem Kollegen nicht und fahre weiter.  Keine 3 km weiter finde ich dann doch eins.  Fuer umgerechnet 5 Euro die Nacht, sauber und ruhig.  Ok, kein warmes Wasser, dass macht mir aber ueberhaupt nichts aus.  Das erste Mal, dass ich so offensichtlich von einem Laoten belogen worden bin.  Aergert mich ein wenig, aber mein Abendessen war dafuer wiedermal ausgesprochen gut und reichlich.  Wohlfuehlfaktor am Abend bei einer guten Sieben.

Statiskik:

km: 130/500
Zeit: 6:05
Durchschitt: 21,3
Wohlfuehlfaktor: 7

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