Dienstag, 31.1.2012
Nachdem die Fahrt von Pakxe hierher nicht so prickelnd war und laut Karte sich wohl an der Landschaft nicht viel aendern wuerde, entschliesse ich mit, die Strecke nach Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha mit dem Bus zu ueberbruecken. Also besorge ich mir ueber mein Guest House ein Ticket und setze am Morgen wieder auf die andere Seite des Flusses ueber.
Ein Minivan kommt ein paar Minuten spaeter, Rad auf’s Dach geschnallt, und los. Ist ein kleiner Neunsitzter, mit mir noch 5 andere Falang. Ich denke noch: „Ach, wie angenehm. Platz, Klimaanalage, nette Leute. Eine Strecke von etwa 600 km fuer 25 USD – eigentlich ok.“ Leider sind wir mit diesem Van nur ein paar Kilometer in den nahe gelegenen Ort „Hat“ gefahren. Rad und Gepaeck ausladen, Buswechsel. Hier macht jetzt ein Reiseveranstalter etwas Aerger, wegen dem Rad. Zwar habe ich mir bei der Buchung versprechen lassen, das das kein Problem darstellen sollte, leider stand nix davon auf dem Ticket. Also musste ich wieder ein bischen Geld (5 USD) hinterher werfen, um den Kollegen zu ueberzeugen. Sehr aergerlich, aber naja. Ein paar Minuten spaeter ging es dann wieder in einem Minivan Richtug Grenze. Diesmal war der Bus schon recht voll gepackt, aber noch ertraeglich. An der Grenze selber dann wieder Gepaeck und Rad ausladen, Papierkram und rueber nach Kambodia. Buswechsel. Es war ein kleiner Reisebus, vielleicht 40-45 Sitze. Davor Unmengen an Koffern und Taschen, und definitiv mehr Leute, als in diesen Bus passen koennten. Mir wird schon mulmig.
Scheints faellt den Kambodschanern auch auf, das das nicht geht, kurze Zeit spaeter stehen 2 weitere Minivans zum Beladen bereit. Einer davon kriegt in gewohnter Manier mein Rad an den Hintern gebunden und die 12 Sitze werden mit 13 Personen versehen. Gut, nicht gerade viel Platz, aber geht.
Nach etwa einer halben Stunde biegt dann der Fahrer von der Hauptroute auf eine Piste ab. Mitten im Nirgendwo. Auf der holprigen Fahrt hole ich mich schon wieder ein paar neue Beulen an meinem eh schon strapazierten Haupt. Irgendwann erreichen wir ein kleines Dorf, und wir bekommen weitere Gesellschaft: nochmal zehn Teenager, ein paar Saecke mit Irgendwas, Kisten und 3 lebende Huehner.
Somit ist der Bus dann mit 23 Personen plus Fahrer und Ladung hoffnungslos ueberladen – hoppelt er aber auch nicht mehr so sehr durch die Schlagloecher.
So alle 15-25 km haelt der Bus wieder an und wir verlieren entweder etwas Ladung oder einen bis zwei der Teens. Was jedes Mal bedeutet, das mein Rad wieder auf’s Neue vertaeut werden muss. Zum Glueck habe ich einen Platz ganz hinten und ich kann mich gerade so durch das kleine Schiebefenster raus quetschen, um beim Verzurren des Bikes kein Schaden entsteht.
Irgendwann kommen wir in Kratie an. Sieht nach einem erneuten Buswechsel aus. Aber ich scheine was verpasst zu haben. Meine Reisebegleiter schnappen ihr Gepaeck und verkruemeln sich. Kein neuer Bus in Sicht. Hmm. Auf Nachfrage sagt man mir, dass der Bus nach Phnom Penh mein Rad nicht mitnehmen kann. „You can go tomorrow afternoon“, heisst es. Wie jetzt? Ich versuche, dem Busfahrer zu vermitteln, dass man mir einen Transfer nach Phnom Penh fuer heute angeboten hatte. Also gehe ich davon aus, dass man mich entweder dort hin bringt, oder mir das Geld fuer die fehlende Strecke zurueckerstattet. Wir diskutieren, telefonieren mit dem Typ in Laos, der mir das Ticket verkauft hat, aber nix zu machen. Keine Rueckerstattung, „You can go tomorrow“.
Will ich aber nicht. Kratie ist mehr als haesslich und mein Reisefuehrer weiss auch nicht, was in der naeheren Umgebung sehenswert waere. Internetcafes gibt es zwar, aber sau langsam und teuer. Also auch keine Option, der morgigen Tag zu verbringen. Ich bin echt sauer. Wohlfuehlfaktor steigt von 2 erst nach einem halbwegs brauchbaren Abendessen und nachdem ich mich wieder etwas abgeregt hatte, in vertraegliche Gefilde.
Die etwas 230 km nach Kratie haette ich auf dem Rad deutlich stressfreier ueberwinden koennen. Note for future use: Willst Du angenehm in Asien Reisen, gegen Einwurf entsprechender Scheine. Ansonsten ist mit allem zu rechnen.
- Gepaeck, Leute, Rad und Huehner
- Es wird nicht besser….
- Kratie – Blick von meinem Balkon. Huebsch, nicht?
- Auf der anderen Seite au ned viel schoener




