Wieder breche ich frueh auf, um die kuehlen Morgenstunden auszunuetzen. Es sind 21 Grad um 7:30 Uhr morgens. Dicker Nebel laesst mich kaum 50m weit sehen. Fahre ohne Brille, da diese sofort beschlaegt, die Klamotten sind komplett durchnaesst und Tau setzt sich meinen Haaren von Armen und Beinen ab. Dennoch empfinde ich das als ausserst angenehm – sehr zum Erstaunen der Thais, die in dicken Jacken rum rennen.
Ich habe Lust auf einen richtigen Kaffee und etwas Gebaeck drumrum. Aber wie es manchmal einfach so ist – nichts zu finden. Zwar fahre ich an unzaehligen Strassenstaenden vorbei, aber keiner dabei, der nach gutem Kaffee aussieht. Bis ich einen finde, hab ich schon wieder 20 km hinter mir. Das Bike schnurrt wie ein Kaetzchen, Koerper tickt wie ein Uhrwerk. Ich habe wirklich Schwierigkeiten langsam und ohne grossen Kraftaufwand zu fahren und muss mich selbst immer wieder ermahnen, etwas Gas raus zu nehmen.
Hier draussen werden die Thais auch langsam mehr und mehr auf mich aufmerksam. In meinen Radlklamotten muss ich auch auf sie wirken wie ein Papagai auf Raedern. Kinder rennen ein Stueck mit mir mit und rufen „Falang, Falang“(Langnase). Danach und davor sagen sie nochwas (Freiraum fuer jegliche Interpretation).
Es geht dahin. Ich mache immer wieder kurze Pausen um zu Essen und zu Trinken und ermahne mich selbst, langsam zu fahren. Klappt nicht so wirklich. Bei Kilometer 75 legen dann meine Beine veto ein. Voellig spontan und ohne jegliche Vorwarnung. Zwischenzeitlich war es kurz vor Mittag und die Sonne hatte den Nebel weg gebrannt. Um die 30 Grad. Ich hatte wohl einfach vergessen, genug Wasser nachzufuellen und jetzt ging nichts mehr. Und wieder wie verhext, mitten in der Pampa. Waehrend ich auf der Strecke bis hier her mindestens alle 1-2 km eine Rast- und Einkaufsmoeglichkeit gesehen hatte, war hier auf einmal voellige Einoede. Tolle Landschaft, aber nix zum Beissen, vor allem kein Wasser mehr. Also Pobacken zusammen kneifen und weiter. Bei km 85 dann die Rettung. Eine kraeftige Nudelsuppe, 3 oder 4 Liter Wasser, angereichert mit hochdosierten Mineralien Marke BASF und einer Immodium Akut (jepp, es war dann wohl soweit), haben es wieder gut gemacht.

Meine Beine und ich schlossen wieder unseren Frieden und die letzten 25 km nach Chiang Rai waren ruck zuck vorbei. Mein Hintern allerdings hat mir noch nicht verziehen.
Statistik:
Gefahrene km: 116 bei 360 HM
Durchschnittsgeschwindigkeit: 23 km/h
Fahrzeit: 5:00
Wohlfuehlfaktor: 5 (Skala von 1-10)
Maximale Steigung: 10%
Steigung Durchschnitt: 3%